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Botanik
von Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Pflanze
/ Botanik
Das Johanniskraut (Hypericum
perforatum) gehört zur Pflanzenfamilie der Hartheugewächse
(Hypericaceae).
Es ist eine 20-100 cm hohe ausdauernde Pflanze mit spindelförmiger
Wurzel und eliptisch-eiförmigen, gegenständig angeordneten
Blättern. Besonders auffallend sind die leuchtend goldgelben
Blüten die in reichblütigen, ebensträußigen Trugdolden
stehen und das Johanniskraut zu einer der schönsten
Pflanzen unserer heimischen Flora machen. Zwei Eigenarten
ermöglichen eine leichte Bestimmung des Johanniskrauts
(Hypericum perforatum). Zum einen der platte, zweikantige
Stengel und zum anderen die durchscheinend hellen Drüsenpunkte
der Blätter, bei denen es sich um Sekretbehälter mit
farblosen ätherischen
Ölen und Harz handelt. Die Blätter des Johanniskrauts
sehen dadurch gegen das Licht betrachtet wie durchlöchert
(perforiert) aus, woher auch der Name "perforatum"
stammt. Auf den Kelchblättern und den Blumenkronblättern
sitzen als kleine schwarze Punkte erkennbar, zahlreiche
Drüsen, die einen blutroten Farbstoff, das sogenannte
Hypericin, enthalten, der beim Zerreiben der Blätter
freigesetzt wird. Daher rührt auch die volkstümliche
Bezeichnung des Johanniskrauts als "Hergottsblut".
Das Johanniskraut das im Volksmund auch als Tüpfel,
Hartheu, Sonnwendkraut, Hexenkraut oder Herrgottsblut
bezeichnet wird, ist mit Ausnahme des hohen Nordens
in ganz Europa verbreitet und wächst auf eher trockenen
Böden in lichten Wäldern, Gebüschen, Wegrändern und
sonnigen Hängen. Die Blütezeit beginnt zur Zeit der
Sommersonnenwende (zu "Johanni") Ende Juni
und endet Anfang August. In der Sonnwendnacht gepflückt,
galt das Johanniskraut (Hypericum perforatum) früher
auch als Zauberkraut, das vor Hexen und Gespenstern
schützen sollte.
Arzneilich
verwendete Teile von Johanniskraut (Hypericum perforatum):
Es wird das Kraut der Pflanze,
d.h. alle oberirdischen Teile wie Stengel, Blüte und
Blätter medizinisch genutzt. Das Johanniskraut wird
während der Blütezeit geerntet und schonend getrocknet
oder aber frisch weiterverarbeitet.
Aus den getrockneten Pflanzen werden alkoholische Extrakte
gewonnen, die dann weiter zu Tropfen oder festen Zubereitungen
wie Dragees, Tabletten oder Kapseln verarbeitet werden.
Die zerriebenen frischen Blüten des Johanniskraut werden
mit einem Öl gemischt und etwa 6 Wochen eingeweicht
(mazeriert)und dann dem Sonnenlicht ausgesetzt, wobei
das rubinrote Johanniskrautöl (Oleum Hyperici) ensteht.
Inhaltsstoffe
von Johanniskraut (Hypericum perforatum):
Hauptinhaltsstoffe
des Johanniskrauts sind neben dem Hypericin - Flavonoide,
Flavone, Xanthone, Gerbstoffe und ätherische Öle und
antibiotisch wirkende Substanzen.Hypericin kommt zu
ca. 0,1% vor. Pseudohypericine (hypericinähnliche Stoffe)
kommen zu ca. 0,2% vor. Flavonoide kommen mit ca. 1,6%
im Johanniskraut vor. Hauptkomponenten sind Flavonole,
Flavonolglycoside und Biflavone. Zur letztgenannten
Gruppe gehören Substanzen wie, Quercetin, Quercitrin,
Isoquercitin, Rutin und Hyperosid. Gerbstoffe kommen
mit ca. 10% im Johanniskraut vor. Ätherische Öle kommen
mit 0,1-0,35% im Johanniskraut vor. Hauptkomponenten
sind Pinene, Cineol, Myrcen und n-Alkane, wie z.B. n-Nonan,
n-Octal, n-Decanal. Antibiotisch wirksame Substanzen
kommen mit ca. 3% vor allem in den frischen Blüten von
Johanniskraut vor und werden beim Trocknen weitgehend
zerstört. Hauptkomponenten sind das Hyperforin, Hypersin
und Adhyperforin.
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