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Depressive Erkrankungen
werden häufig nicht erkannt
Die Depression ist eine sehr
häufige Erkrankung in der Bevölkerung, wird jedoch häufig
nicht erkannt und nicht diagnostiziert.
So leben derzeit in Deutschland etwa 2-2,5 Millionen
über 65jährige mit depressiven Symptomen.
Bei nur einem Viertel der Patienten mit einer ernsten,
länger andauernden Depression (Mayor Depression Disorder
oder MDD) wird diese jedoch auch diagnostiziert.
In verschiedenen Studien zeigte sich, daß von den Hausärzten
nur in 15% der Fälle ihre depressiven Patienten erkannt
wurden.
In Krankenhäusern und Pflegeheimen wurden nur 9-25%
der Patienten mit einer schwereren Depression diagnostiziert.
Dieser Sachverhalt ist bedrückend da eine unentdeckte
Depression für die betroffene Person fatale Folgen (Suizidgefahr)
haben kann.
Ein wichtiger Grund dieser niedrigen Diagnoserate liegt
in der ausgesprochen variablen Symptomatik der Depression,
und im Alter in der häufig gleichzeitig bestehenden
Multimorbidität, durch die die somatischen und affektiven
Symptome mehrdeutig werden.
Aufgrund dieser Multimorbidität finden sich die häufigsten
somatischen Symptome einer Depression auch bei n i c
h t depressiven Patienten.
So klagen über 60% aller geriatrischen Patienten ohne
depressive Erkrankungen über Symptome wie z.B. Schlaflosigkeit
und Antriebslosigkeit.
Bei welchen Beschwerden muß
man auch an eine Depression denken?
- Klagen über Veränderungen
der Stimmung, Abnahme von Interesse, Antriebslosigkeit
und Wertlosigkeitsgefühle, Schlafstörungen (Klagen
des Patienten bzw. seiner Angehörigen über ihn)
- Klagen über rasche
körperliche Erschöpfbarkeit, Mattigkeit, im Gegensatz
zu sonst Gedanken an Selbsttötung, Todes- oder Ruhewünsche
- Zunehmende Selbstvorwürfe,
-anklagen, unangebrachte Schuldgefühle, überstarke
Sorge um Angehörige
- Überstarke Äußerungen
von Resignation, Perspektivelosigkeit, Hoffnungslosigkeit
- Längerdauernde Appetitlosigkeit
mit Gewichtsverlust
- Gefühle von Trauer,
Freudlosigkeit u.ä., länger als zwei Wochen nicht
aufhellbar
- Chronische Schmerzen
ohne ausreichende körperliche Ursache
- Merk- und Konzentrationsstörungen
ohne Hinweis auf einen hirnorganischen Prozeß
- Offensichtliche depressive
Herabgestimmtheit oder Verstimmung
- Chronische Schlafstörungen,
vor allem mit Früherwachen
Geriatric Depression Scale
(GDS) ein nützliches und zeitsparendes Hilfsmittel
für den Arzt zur Diagnose von Depressionen
Bei diesem Testverfahren
zur Diagnose von Depressionen bei älteren Menschen
wurden aus ursprünglich 100 Fragen zur Erfassung depressiver
Symptome zunächst 30 und schließlich 15 Fragen repräsentativ
für eine Kurzform ausgewählt.
Die 15 Fragen müssen von den Testpersonen mit ja oder
nein beantwortet werden.
Die Fragen lauten:
1. Sind sie grundsätzlich
mit Ihrem Leben zufrieden ?
2. Haben Sie viele Aktivitäten
und Interessen aufgegeben?
3. Haben Sie das Gefühl,
Ihr Leben sei unausgefüllt ?
4. Ist Ihnen oft langweilig?
5. Sind Sie die meiste
Zeit guter Laune?
6. Haben Sie Angst,
daß Ihnen etwas Schlimmes zustoßen wird?
7. Fühlen Sie sich die
meiste Zeit glücklich?
8. Fühlen Sie sich oft
hilflos?
9. Bleiben Sie lieber
zu Hause, anstatt auszugehen und Neues zu unternehmen?
10. Glauben Sie, mehr
Probleme mit dem Gedächtnis zu haben als die meisten
anderen?
11. Finden Sie, es sei
schön, jetzt zu leben?
12. Kommen Sie sich
in Ihrem jetzigen Zustand ziemlich wertlos vor?
13. Fühlen Sie sich
voller Energie?
14. Finden Sie, daß
Ihre Situation hoffnungslos ist?
15. Glauben Sie, daß
es den meisten Leuten besser geht als Ihnen?
Für die Fragen 1, 5, 7, 11 u.
13 gibt es für die Antwort "nein", für die
übrigen Fragen für die Antwort "ja" jeweils
einen Punkt.
Bei einer Punktzahl von > 5 ist eine
depressive Symptomatik wahrscheinlich.
Es sind dann jedoch noch weiterführende Diagnoseschritte
oder ein Besuch bei einem Psychiater oder Psychologen
anzuschließen.
Dieser Test erkennt mit einer Zuverlässigkeit (Sensitivität)
von 70-90% das Vorliegen einer depressiven Symptomatik
und ist mit einem Zeitaufwand von nur 5-7 Minuten sehr
schnell durchzuführen.
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